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Living library

Niemals über Menschen reden, ohne vorher mit ihnen geredet zu haben! – das ist die Idee des sehr intensiven Projekt „Living libraries“ von Young Caritas mit Flüchtlingen in Luxemburger Schulen und bei interessierten Gruppen.
„Living library“ bedeutet „lebendige Bibliothek“ und arbeitet mit „lebendigen Büchern“, d.h. mit Menschen, die eine spannende, aber auch sehr persönliche Geschichte zu erzählen haben. In diesem Fall handelt es sich um Flüchtlinge und Migranten, die von Caritas Luxemburg betreut werden.
Die Idee von Young Caritas besteht darin, Flüchtlingen die Gelegenheit zu geben, ihre Geschichte in einem geschützten Rahmen zu erzählen, denn ihre Geschichten erzählen von Hoffnung und Trauer, Krieg und Versöhnung, Tränen und neuem Lachen. Zudem wird den Zuhörern die Möglichkeit zu geben, diese Geschichte mit Respekt und Aufmerksamkeit zu hören. Das Ziel ist, „Flüchtlinge“ nicht mehr als anonymes Kollektiv zu verstehen, sondern als Menschen mit Gesichtern, Gefühlen und Geschichten. Das Ziel ist Begegnung und dadurch der Abbau von Vorurteilen oder Allgemeinheiten. Denn jeder Mensch ist ein einmaliger Mensch – mit seiner Geschichte.
Young Caritas bietet die „living library“ mit Flüchtlingen den Luxemburger Sekundarschulen als fertiges Konzept an. Man muss dafür rund 3 Stunden einrechnen: 45min allgemeine Präsentation für alle Teilnehmer in einem grossen Saal (am besten multimedial ausgestattet), danach jeweils 30min in verschiedenen Klassensälen (für jeden Flüchtling einen Saal reservieren), 2-3 Wechsel; und natürlich finden ganz viele beeindruckende und emotionale persönliche Zeichen statt, kleine Gespräche, ein Schulterklopfen, eine Frage oder eine persönliche Reaktion.
Bisher haben rund 25 „Lycées“ und Internate teilgenommen, und das Angebot wurden auch von anderen Gruppen in Anspruch genommen (Pfadfinder, interessierte Privatgruppen,...). Manchmal ist das Publikum sehr zahlreich (im Lycée Ermesinde oder in der EPSAE bis zu 200 Schüler), manchmal wird es auf 2-3 Schulklassen beschränkt (ab 30 Schüler).
Das Projekt hat einen unerwartet tiefen Impakt:
- Die Schüler reagieren ausgesprochen respektvoll sowohl auf die „témoignages“ der Flüchtlinge als auch auf die Informationen, die Young Caritas über die Flüchtlingskrise mit auf den Weg gibt.

- Sie stellen sehr viele Fragen und erfahren enorm viel über das Leben, die Erfahrungen und die Fluchtgründe der Flüchtlinge. Viele engagieren sich danach in weiteren Projekten mit Flüchtlingen.
- Die Flüchtlinge sind sehr dankbar, dass sie so ernst genommen werden und man mit ihnen so unglaublich respektvoll umgeht.
- Das Lehrpersonal ist dankbar und der Idee gegenüber sehr positiv eingestellt, so dass die Aktivität immer wieder angefragt wird. In den Schulstunden vor und/oder nach dem Besuch der Flüchtlinge wird das Thema oft vertieft. So sind auch mehrere Male direktere Kontakte zwischen einem Flüchtling und einer Schulklasse entstanden.